Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 21. Februar 2007

Gewandhaus

Rosiges im Salon

Man nennt so etwas wohl einen Selbstläufer: Rosenmontag, nachmittags im Leipziger Gewandhaus. Die beste Kaffeezeit ist vorüber; und wer sich nicht unbedingt der knallbunt lärmenden Welt des Mainstream-Rosenmontags hingeben will, der findet sich am Augustusplatz ein, bei der Königsklasse der gehobenen Unterhaltungsmusik. Beste Salonklänge eben. Die Tageszeit und dazu die Notwendigkeit, sich angesichts der Nachfrage weit im Vorfeld festzulegen, tun einiges dafür, dass dies keine Jugendveranstaltung wird.

Etwas Kultiges hat es dennoch, zumal das Event gleichzeitig den 20. Geburtstag des SalonOrchesters Leipzig zelebriert. Und der Klangkörper bietet auch diesmal, unter seinem Primarius Sebastian Ude, Gediegenes von Linke bis Natschinski, nett und weitestgehend recht frisch. Man hat es hier ausschließlich mit exzellenten Musikern zu tun, die Spaß an der Sache haben. Und das Programm ist unterm Strich nicht so alltäglich. Mitsinghits, aber nicht nur das ganz Abgenudelte!

Jana Hruby und Mario Dehne singen. Hruby ist die Operettendiva, die man sich wünscht, und hat nur ganz selten klitzekleine Schwierigkeiten mit dem Saal, was dem Ganzen keinen Abbruch tut. Mario Dehne tut sich mit seinen ins Mikrophon ge- sungenen Schlagern nicht so leicht, denn da ist einiges gar nicht optimal ausgesteuert und abgemischt. Immerhin moderiert und rezitiert der Tenor zu allem anderen, manchmal witzig, meist liebenswert unbeholfen, aber mit hübscher, etwas kalauernder Textzusammenstellung.

Am Ende war‘s das Passende an diesem närrischen Tag, aber durchaus ansprechend, weil in bester Mischung und auf musikalisch angemessenem Niveau. Wer vieles bringt, heißt es. Und vieles brachte man, aber nicht zuviel – eben genau das Richtige.

Tatjana Böhme-Mehner

Salonorchester mit Sänger-Traumpaar zum Rosenmontagskonzert am 23. Februar 2004 im Leipziger Gewandhaus


Besetzung zum Rosenmontagskonzert am 3. März 2003 im Leipziger Gewandhaus

»Freunde, das Leben ist lebenswert«


Die Saalezeitung Bad Füssingen
über das Neujahrskonzert 2003 mit Maya Boog, Hans Peter Blochwitz
und dem SalonOrchester Leipzig

»... Mitgebracht hatten die beiden (Gesangssolisten) das bereits bestens eingeführte SalonOrchester Leipzig, eine Spezialgruppe aus Gewandhausmusikern. Das sind Musiker, denen der Blick über den klassischen Tellerrand sichtlich Freude macht und die diese Freude auch weitergeben können. Könner ihres Fachs mit einem wunderbaren Gesamtklang, mit präzisen Rhythmisierungen, die den Geist dieser Musik bestens rüberbringen. Alun Francis am Pult hatte wenig zu tun, und manchmal nahm ihm das Dirigieren sein Konzertmeister Sebastian Ude ab, wenn er inJo Knümanns »Rumänisch« oder »Ungarisch« den hochvirtuosen Solopart spielte, wenn er seine Geige schmachten und toben ließ...«



Leipziger Rundschau vom 13. Februar 2002

Zwei Weltklassekünstler zu Gast
Deborah Sasson und Alun Francis im Gewandhaus



Leipziger Volkszeitung vom 13. Februar 2002

Mit "Leichter Cavallerie" zum Rosenmontagskonzert im Gewandhaus

"Leichte Cavallerie" aus K.u.K.-Zeiten begrüßte die erwartungsvollen Rosenmontags-Gäste im Gewandhaus zünftig. Doch die populäre Ouvertüre Franz von Suppés erklang mehr als Reminiszenz an die bisherigen acht Rosenmontagskonzerte des Salonorchesters Leipzig. Das hatte sich zu seinem 15. Geburtstag Musical-Medleys ins Repertoire geholt.
Weiter ging es nämlich mit Bernsteins unverwüstlicher "West Side Story". Dirigent Alun Francis demonstrierte, mit welchem Elan, welcher Farbigkeit, mit welcher Präzision und Klangkultur nur zwölf Streicher, fünf Bläser, Schlagzeug und Klavier diese Musik zu spielen vermögen. Mit Deborah Sasson hatte man eine Sängerin gewonnen, die in diesem Genre lebt. Sie hätte gut auf das Mikrofon verzichten können.
Auch mit Frederic Loewes "My Fair Lady" und Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper" wussten die Solistin, zwei Sängerinnen und die Musikanten um Primarius Sebastian Ude unter Francis´ exakter Leitung die Zuhörer in Stimmung zu versetzen. dazwischen begeisterten Adrienne Hacker, Maud Wachter, Sven Köhler und Mirko Mahr vom Leipziger Ballett mit Johann Strauß´ "Rosen aus dem Süden" und "Blitz und Donner", glänzte Sebastian Ude mit Pablo de Sarasantes "Zigeunerweisen".

Werner Wolf
Erst nach drei Zugaben durfte das SalonOrchester nach dem Willen des Publikums die Bühne verlassen.


Leipziger Rundschau vom 3. Oktober 2001

Salon Orchester geht demnächst auf Deutschlandtournee

Das sprichwörtliche "Rentner haben niemals Zeit" trifft bei Dieter Köpping wie die Faust aufs Auge. Denn der Ex-Gewandhausmusiker und seit Gründung des Salon Orchesters Leipzig dessen Chef, hat neben den zahlreichen Auftritten auch eine Menge Papierkram für anstehende Tourneen zu erledigen. Besonders glücklich ist Dieter Köpping, dass er für das traditionelle Rosenmontagskonzert 2002 im Gewandhaus "Wir laden gern uns Gäste ein", unter anderen Deborah Sasson als Solistin begrüßen kann.

Und wenn die Herren Musiker am 3. Dezember auf Deutschlandtournee gehen, in Berlin, Hamburg,   Hannover,   Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München ihre Visitenkarte abgeben, sind solch bekannte Solisten wie Anna Maria Kaufmann, Sopran, und Anooshah Golesorkhi, Bariton, an deren Seite. Erst kürzlich zum Gewandhaustag erfreute „Das Salon Orchester" - die Musiker gehören bekanntlich alle dem Gewandhaus an - zahlreiche Zuhörer mit Melodien wie "Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein", "Karneval in Sevilla", "Caprifischer", "Glaube mir" von Gerhard Winkler, der an dem Tag 95 Jahre alt geworden wäre. Mit dabei die Witwe des Komponisten, Traudl Winkler, mit Familie.

T.T.


Im Gohliser Schlößchen in Leipzig
Salonorchester probt für Hannover-Auftritt

Eine besondere Ehre wird dem Salonorchester des Gewandhauses zuteil. Bei der Eröffnungs-Gala der Weltausstellung Expo in Hannover spielt der Klangkörper am 31. Mai 2000 vor 4000 internationalen Gästen. "Expo-Kulturchef Björn von Liebermann hat uns bei unserem Rosenmontagskonzert in Leipzig erlebt und war so begeistert, dass er uns gebucht hat", erklärte Kontrabassist Dieter Köpping. Zwar hat das Orchester das Programm für Hannover längst drauf. Trotzdem trifft es sich noch einmal zur "Generalprobe". Die steigt am Sonntag, 21. Mai 2000, 14 Uhr im Barockgarten des Gohliser Schlößchens, wo das Ensemble in kompletter Besetzung aufspielt.

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(Leipziger Volkszeitung, 20./21.05.2000)


Faschingsstimmung im Gewandhaus

Kaum erklingen die ersten Takte von "Das gibt´s nur einmal" aus der alten Ufa-Film-Schmonzette "Der Kongress tanzt", da klatschen auch schon alle mit. Beim Rosenmontagskonzert im gut gefüllten Großen Gewandhaussaal wissen das Publikum und die Musiker vom Salonorchester Leipzig gleichermaßen, was erwartet wird. Unter dem Motto "Das gab´s schon einmal ..." gibt´s eine einmalige Revue aus Highlights der vergangenen Jahre.
Sänger und Moderator Dieter Scholz erklärt denn auch gleich flockig, dass die Deutschen von nun an zum Lachen nicht mehr vor die Tür und auf die Straße gehen müssen und erläutert zudem den Leipziger Karnevalsgruß: "Leila hellau - Leipzig lacht, herzlich und laut". Dann kündigt Scholz die Frau Professorin an. Gemeint ist die "in Leipzig inzwischen zur Institution gewordene" Sopranistin Regina Werner, Leiterin der Gesangsabteilung an der Musikhochschule. Und die entdeckt die Jugendlichkeit des Herzens neu, schwingt sich auch stimmlich sicher in höchste Höhen und spielt im engen Schwarzen als lüsterne Madame Pompadour ("Joseph, ach Joseph") jedwede Kollegin glatt an die Wand.
Und überhaupt, wenn es an diesem Tag darum geht, mit Musik den Menschen eine Freude zu machen, erweisen sich die jungen Kollegen auf der Bühne (Andreas Scholz, Bariton und Solisten des Leipziger Opernballetts) und im Orchester als "alte Hasen" - kein Genre wird bei der Auswahl der Werke übergangen.
Primarius Gunnar Harms mimt als Pseudo-Paganini in Montis "Csárdás" den Salonlöwen, ein Tänzchen zwischendurch sagt mehr als tausend Lieder und am Ende animiert der Import preußischen Kulturerbes (Walter-Kollo-Melodien) die Zuschauer wieder zum Mitklatschen und -singen. Da war mächtig Stimmung, beim Karneval in Leipzigs ehrwürdigem Gewandhaus.
(Leipziger Volkszeitung, 08.03.2000)
Autor: Marcus Erb-Szymanski

Und so ganz nebenbei wurde dem begeisterten Publikum noch mitgeteilt, dass das Leipziger SalonOrchester den Zuschlag für die Gestaltung der Eröffnungsgala der EXPO 2000 in Hannover aus einer Vielzahl von Bewerbern erhalten hat.



Auftritt für´s SalonOrchester Leipzig

Beschwingte G´schichtn von Winkler, Strauß & Co.

Feiert man so im Gewandhaus Karneval? Freudig gelöst immerhin spielte das SalonOrchester Leipzig mit Ralf Heise als temperamentvoll und überlegen führendem Primarius auf. Inzwischen zum fünften Male im ausverkauften Großen Saal. Anno ´95 war es ein Versuch, vom damaligen Hausherrn Kurt Masur nur mit Sorgenfalten gebilligt. Doch die Musiker aus dem Hausorchester bieten im Bund mit einigen Nachbarn auch in solcher Formation Qualität. Sie wissen um die andere Deutungsmöglichkeit des Mottos "Res severa - verum gaudium": "Ein wahres Vergnügen ist eine ernste Sache."
Diesmal standen im Zentrum des Abends Evergreens von Gerhard Winkler, selbstverständlich die Geschichte vom "Cianti Wein" und von den "Capri-Fischern". Aber auch das Neapolitanische Ständchen und die Virtuosen-Polka erklangen beschwingt. Und wer noch mehr excellent Gespieltes hören wollte, konnte anschließend die Winkler gewidmete neue CD des SalonOrchesters "Zärtliche Begegnung" erwerben (TMK/JUBE 012971).
In verschiedenen Varianten gab´s Ungarisches: von Johann Strauß Schweinezüchter Zsupan (Claus Götz), von Straußens ungarischem Zeitgenossen Kéler Béla die mehr wienerische Lustspiel-Ouvertüre, das "Lied von Glück und Treu" (Marita Posselt) aus Nico Dostals "Ungarischer Hochzeit". Nach Jo Knümanns russischen Volksmelodien wirkte das Wolgalied (Christer Bladin) aus Franz Lehárs "Zarewitsch" erstaunlich originell.
Virtuos und humorig tanzten vier Solisten des Opernballetts Straußens "Rosen aus dem Süden" und "Donner und Blitz" sowie Offenbachs Höllen-Cancan. Vorher überraschten die Posaunisten noch mit zwei Alphörnern. Fast drei Stunden Musik-Vergnügen.
(Leipziger Volkszeitung, 17.02.1999)
Autor: Prof. Werner Wolf



Schatzgrube geöffnet: Phantastischer Faschingstag mit dem Salonorchester

Auf die sächsisch gestellte Frage "Na, wie war’sch, antwortete Ingrid Kreuder, die aus den USA angereiste Witwe des Komponisten Peter Kreuder, herzhaft-bayrisch "Saumäßig guat" und fuhr fort: "Ich bin wirklich hingerissen, wie großartig dieses Salonorchester spielt, wie begeistert das Publikum mitgeht.
Es herrscht eine phantastische Stimmung. Die Leipziger haben da in ihrem Gewandhaus zum Rosenmontag etwas ganz Eigenes zu bieten. Ich bedaure nur, daß Peter nicht erleben konnte, mit welcher Hingabe diese Gewandhausmusiker seine Musik spielen."
Diese nun schon fünfte Ausgabe des Rosenmontagskonzerts brachte wiederum eine Steigerung gegenüber seinen Vorgängern. Neu war dabei, daß erstmals auch zünftige Filmmusik geboten wurde, eben von Peter Kreuder.
Damit wurde eine musikalische Schatztruhe geöffnet, aus der Dieter Köpping als Chef des Salonorchesters noch manches herausholen kann. Die Peter-Kreuder-Medienfolge ließ staunen, aus welchem melodischen Füllhorn dieser Film- und Musicalkomponist jahrzehntelang schöpfen konnte.
(Leipziger Volkszeitung, 25. 2. 1998)



... Diesmal führte das Salonorchester am Nachmittag und am Abend in musikalische "Schlösser, die im Monde liegen"...
Zum passenden Thema ging auf die Sekunde genau an den nächtlich blau angestrahlten Orgelpfeifen tatsächlich der Mond auf. Überhaupt zeigten sich die Techniker mit der Beleuchtung für jedes Stück einfallsreich und geschmackvoll. In den Walzer vom schönen Frühling, von verschmähter Liebe und andere Melodien Paul Linckes legten die Musikanten um den Primarius Ralf Heise und Dieter Köpping als Maitre
de Plaisir ihre ganze Musikerseele. Doch das war erst das Vorspiel: Als das große Potpouarri von der ungebrochen "Lustigen Witwe" erklang, hätte auch Meister Franz Lehár beglückt den Hut gezogen...
(Leipziger Volkszeitung, 12. 2. 1997)


Sage jemand, die Leipziger wüßten am Rosenmontag nichts anzufangen.
Ihr größter Karnevalsfestsaal hieß gestern Gewandhaus. Doch statt endloser Büttenreden bot das Salonorchester musikalische Kurzweil, diesmal aus der Feder des Robert Stolz. Die einschmeichelnden Melodien des charmanten Wiener Freudenbringers sorgten - wie sonst nur Masur mit der "Neunten" - für einen total ausverkauften Abend...
Da kamen alle auf ihre Kosten. Sie ließen sich sogar von Stolzens Melodien so gefangen nehmen, daß die vielberufene Stecknadel wie während der Masurschen "Neunten" zu hören gewesen wäre. Das war nun auch das Verdienst der um Ralf Heise und Dieter Köpping gescharten Musikanten. Denn diese von Masur geschulten Leute spielten Stolz mit gleichem Verantwortungsbewußtsein und Können wie Beethoven.
(Leipziger Volkszeitung, 21. 2. 1996)

... Was voriges Jahr vom Gewandhaus als Versuchsballon gestartet wurde, war diesmal bereits zum Begriff geworden, dank des ideenreichen Kontrabassisten Dieter Köpping mit seinem faszinierenden Salonorchester Leipzig.
So freuen sich die Besucher des ausverkauften Konzerts schon auf den Robert-Stolz-Abend zum Rosenmontag ‘96. Wenn da gar noch das MDR-Fernsehen dahinterkommt und mitzieht, könnte das Leipziger Rosenmontagskonzert bald so populär sein wie das Wiener Neujahrskonzert ...
Das Erfolgsrezept: Die von Ralf Heise als in jeder Hinsicht beweglichem "Stehgeiger" geführten Musikanten wissen in Umkehrung des Gewandhauswahlspruchs "Res severa verum gaudium", daß für sie ein wahres Gaudium eine ernste Sache ist.
(Leipziger Volkszeitung, 1. 3. 1995)


"Symphonisch geadeltes Salonorchester spielte auf ..."

Wer sich am Rosenmontag in Leipzig nicht mit Mainzer Karnevalsrefrains à "a lieber dumm als verdurscht" begnügen mochte, der ging ins Gewandhaus. Denn dort wartete das Salonorchester Leipzig mit Meisterpièsen der Unterhaltungsmusik auf ...
Doch da wurden Meisterpièsen nicht nur feilgeboten, sondern auch meisterlich gespielt. Dieter Köpping, Kontrabassist im Gewandhausorchester, hat 1987 für dieses Spezialensemble Orchesterkollegen (auch
vom Rundfunk) gewonnen, die diese Musik mit gleicher Freude und Professionalität spielen wie große Sinfonik und Oper...
Wie Kammermusiker hören und reagieren sie feinsinnig aufeinander, denn in solcher Besetzung
muß alles stimmen und klingen, kommt es nicht zuletzt auch auf bewegliche, neue Spannung schaffende Übergänge an ...
(Leipziger Volkszeitung, 16. 2. 1994)